• Ist Eucerin das neue Verhütungsmittel für Männer?

Ist Eucerin das neue Verhütungsmittel für Männer?

 

Die Headline ist diesmal provokant.
Das weiß ich und ich stehe zu 100 Prozent dazu.

Denn es geht hier um einen Riesenkonzern, der Marken wie Nivea oder auch La Prairie produziert und damit extreme Umsätze generiert.
Dass dabei auch echter Mist heraus kommen kann zeigt sich diesmal am Beispiel der Beiersdorf-Marke Eucerin.

 

 

Ich habe bei einer Presseveranstaltung in diesem Jahr ein Produkt erhalten, welches ich zunächst sehr interessant fand und welches ich fast schon verwenden wollte.

 

Bis ich auf die Zutatenliste dieses Produktes schaute.

Und es mir dann graute.
Der Reim ist zufällig und soll hier nicht davon ablenken, dass ich mich über einen Inhaltstoff des Produktes EUCERIN HYALURON-FILLER + ELASTICITY 3D SERUM ärgerte.

  • Enthalten ist nämlich in einer sehr hohen Dosierung Octocrylene.
    Dies ist ein chemischer UV-Filter über den ich bereits in den vergangenen Jahren geschrieben habe und der in einem solchen Produkt überhaupt nichts zu suchen hat.



  • Ich schrieb deshalb an die Beiersdorf-Pressestelle.
    Diese Kommunikationen möchte ich hier nun ohne Namensnennung von Personen veröffentlichen und ich bitte dazu um zahlreiche Kommentare, Meinungen und Stellungnahmen hinsichtlich des UV-Filters Octocrylene aller meiner Leser hier auf der Webseite von MensMirror und auf meinen Socialmediakanälen Facebook und Instagram.


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Die Verwendung von Kosmetik sollte niemals mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein.

Am Dienstag, den 6. Oktober 2020 startete ich deshalb um 18:27 Uhr meine erste Mail an Frau YZ und Frau XY mit einer Anfrage.
Frau YZ und Frau XY sind natürlich nicht die richtigen Namen.
Da ich niemanden persönlich verletzen, denunzieren oder vorführen will, werde ich die Originalnamen niemals veröffentlichen.
Es gehr mir lediglich um die inhaltliche Sache der kritischen Betrachtung des Inhaltsstoffs Octocrylene und nicht um jemanden bloßzustellen.

 

 

 

Liebe YZ, liebe XY,


zunächst einmal möchte ich Danke sagen für Ihre Präsenz und die Produkte beim letzten Presse-Info-Tag in Hamburg.

Konkret habe ich jedoch eine kritische Anmerkung zum neuen Produkt   EUCERIN HYALURON-FILLER + ELASTICITY 3D SERUM.


Bei der Betrachtung der INCI-Liste ist mir unangenehm aufgefallen, dass der chemische UV-Filter OCTOCRYLENE sehr hochdosiert nach AQUA und GLYCERIN an dritter Stelle (!) steht.
Diese Dosierung macht den für hormonelle Nebenwirkungen stark in Verdacht stehenden Wirkstoff zum Beispiel für Männer riskant, da Spermienschädigung sehr wahrscheinlich ist, weil er über die Haut und die Blutbahn in den männlichen Organismus gelangen und dort hormonelle Nebenwirkungen zeigen kann.

Es ist für mich zu hinterfragen, warum gerade dieser bekanntermaßen kritisch zu bewertende UV-Filter derart hoch in diesem Anti-Falten-Produkt von Beiersdorf eingesetzt wird.
Die Milderung von Altersflecken ist auch auf anderen Wegen bzw. durch andere UV-Filter zu erreichen und es ist doch mittlerweile bekannt, dass hormonelle Nebenwirkungen für Niemanden – also natürlich auch für Frauen wünschenswert sein können.

Nicht umsonst ist es heutzutage so, dass besonders der Bio-Kosmetikmarkt mit für die Gesundheit des Menschen unbedennklichen Wirkstoffen am Wachsen ist. Ich wundere mich deshalb sehr darüber, dass die Produktentwicklung bei Beiersdorf dies nicht berücksichtigt und somit an den Produktwünschen sehr vieler Menschen vorbei entwickelt.

Bitte lassen Sie mich wissen, was Beiersdorf zu diesem Problemstoff zu sagen hat, der sonst vorwiegend in Sonnenschutzprodukten zum Einsatz kommt – ihn aber auch in der Anwendungsform nicht weniger bedenklich macht.

Mit freundlichen Grüßen
Niels Blume
Journalist, Blogger und Diplom Psychologe

 

 

Darauf erhielt ich am 09.10.2020 um 12:16  von Frau XY aus der Pressestelle die Antworten,

dass „Eucerin für 100 Jahre Pionierarbeit in der medizinischen Hautforschung und für Innovation steht zum Schutz, zur Verbesserung und Erhaltung der Hautgesundheit – für das innere und äußere Wohlbefinden. Wir entwickeln klinisch erprobte dermokosmetische Lösungen, um unseren Verbrauchern wirksame, gut verträgliche und unbedenkliche Produkte anzubieten.“

 Frau XY erzählt mir nun, dass Octocrylen ein UV-Filter ist, der in ausgewählten Formulierungen auch zum Schutz und zur Stabilität weiterer Pflegewirkstoffe eingesetzt wird.

Umfangreiche Sicherheitsdaten für diesen UV-Filter wurden ursprünglich 1994 vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit (ehemals SCC) überprüft, erfahre ich und dann wird es fehlerhaft. Denn Frau XY erzählt mir, dass Octocrylen zu den mineralischen und organischen UV-Filtern gehören soll. Octocrylene soll angeblich auch den strengen gesetzlichen Anforderungen der jetzt gültigen EU-Kosmetikverordnung entsprechen. Der Vorteil sei, so verspricht Frau XY, dass den Verbrauchern ein wirksamer und zuverlässiger Schutz vor schädlichen Auswirkungen geboten würde.

Frau XY versichert mir weiterhin, dass bis heute die medizinisch-wissenschaftlichen Untersuchungen von Beiersdorf zu Octocrylen-haltigen Mitteln keine nachteiligen Auswirkungen von UV-Filtern auf den menschlichen Hormonhaushalt gezeigt hätten und dass solches auch nach jahrzehntelangem, bestimmungsgemäßem Gebrauch wissenschaftlich nicht nachgewiesen sei.

Meine Zweifel versucht Frau XY auszuräumen in dem mir versichert wird, dass die wissenschaftliche und öffentliche Debatte zur potenziell endokrin disruptiven Wirkung von UV-Filtern genau verfolgt würde und dass Beiersdorf das Portfolio an Inhaltsstoffen dem wissenschaftlichen Kenntnisstand anpasst.

Herzliche Grüße folgen anschließend noch von Frau XY

 

 

Leider waren diese Antworten für mich jedoch unzureichend.
Ich antwortete deshalb am 13.10.2020 um 18:04 Uhr:

 

 Liebe Frau XY,

leider kann ich mich mit Ihrer Antwort nicht besonders zufrieden geben.

Zunächst einmal möchte ich Sie auf Ihren Fehler hinweisen, dass Octocrylene ein mineralischer UV-Filter sei.
Dem ist nicht so.


Der chemische UV-Filter  2-Ethylhexyl 2-cyano-3,3-diphenylprop-2-enoate   auch bekannt als Octocrylene soll, wie Sie schreiben 1994 vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit (ehemals SCC) überprüft worden sein.


Dazu stellt sich dann natürlich die Frage, mit welchem Ergebnis?

Vermutlich war es wohl so, dass er für Sonnenschutzprodukte als geeignet erklärt worden ist.
Gab es dabei aber möglicherweise auch Zweifel hinsichtlich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit?
Wurde festgestellt, wie tief diese Substanz in den Körper eindringt?
Oder wurde nur untersucht, wie viel der UV-Strahlung durch die chemische Zusammensetzung bestehend aus Cyanacrylaten und Zimtsäureestern mit einem ausgedehnten π-Elektronensystem und einer starren Molekülstruktur absorbiert wird?


Nun ja - all das wird nicht erklärt mit der Aussage, dass etwas von einem Ausschuss überprüft wurde - und das vor 26 Jahren.... als wohl noch niemand auf die Idee kam, dass es eventuell Risiken der Verwendung geben kann...
Zudem ist ja auch bekannt, "dass man generell keiner Statistik trauen sollte, die man nicht selbst gefälscht hat."
Waren die Wissenschaftler des Ausschusses völlig unabhängig? Oder stand möglicherweise ein großer Konzern im Hintergrund, der die Forschungen finanzierte?
Dann ist natürlich immer alles wunderbar, wenn der Vermarktung keine Steine im Weg liegen...



Mindestenz 26 Jahre lang ist diese Substanz also seither über die Haut in diverse Lebensformen auf unserem Planeten eingedrungen.

Wer sich damit seither eingecremt hat um die Haut vor schädigenden UV-Strahlen zu schützen war diesbezüglich möglicherweise erfolgreich und hat eine gesunde Haut.

  • Oberflächlich betrachtet - im wahrsten Sinne des Wortes also eine gute Entscheidung.
    Aber wie es unter der Hautoberfläche und in tieferen Bereichen des Körpers bei Mann und Frau seither ausschaut, stand und steht dabei bislang wohl nicht in Betracht.
    Denn wer ahnt schon, dass die Zeugungsunfähigkeit eines Mannes an einer hormonellen Nebenwirkung des Octocrylenes liegen könnte. ... denn da müsste Mann ja erst drauf kommen so etwas diagnostizieren zu lassen...
  • Glücklicherweise sind wir jetzt aber im Jahre 2020 und nicht mehr in 1994.
    Der Blick von Verbrauchern und Wissenschaftlern hat sich verschärft und Octocrylene steht seit einiger Zeit im Verdacht hormonelle und allergisierende Wirkungen zu haben.
    Nicht zuletzt Öko-Test hat einen kritischen Blick auf diesen UV-Filter. Und ich von MensMirror auch seit langem!
  • Octocrylene sollte eigentlich nur oberflächlich AUF der Haut liegen aber es konnte nachgewiesen werden, dass es tiefer eindringt als nur ins Stratum Corneum.
    Ab den Epidermisbereichen kann Octocrylene auch die Blutbahnen erreichen, wo es keinesfalls hin gelangen sollte.
    Nachgewiesen wurde dieser chemische UV-Filter deshalb zum Beispiel auch in menschlicher Muttermilch.
    Man mag gar nicht darüber nachdenken, was er dort am ungeborenen Kind anrichten kann…
  • Sogar in Fischen wurde er nachgewiesen. Denn Meereslebewesen nehmen diese Chemikalie auf, weil sie sich im Wasser von der Haut des Menschen löst, wenn er sich beispielsweise am Strand damit einreibt und anschließend schwimmen geht.
    Urlauber verschmutzen damit also seit Jahrzehnten unsere Meere und Gewässer.
    "In dem Südseestaat Palau ist Octocrylene in Sonnenschutzmitteln zum Schutz der Korallenriffe seit Januar 2020 verboten. Das Verbot beruht auf den Ergebnissen einer 2017 veröffentlichten Studie zur Verschmutzung der Unterwasserwelt am Jellyfish Lake." (Zitat:  https://de.wikipedia.org/wiki/Octocrilen )



Ob Octocrylene deshalb noch als Unbedenklich bezeichnet werden kann, ist zurzeit Gegenstand aktueller Studien.

  • 1994 hielt man Octocrylene sicherlich noch für relativ sicher und reizarm.
    In den letzten Jahren häufen sich jedoch Berichte und medizinische Fallstudien, welche ein allergisierendes Potential von Octocrylene dokumentieren. Zahlreiche Ärzte haben Patienten mit bekannter Sonnenallergie-Vorgeschichte im Bezug auf Octocrylene untersucht und berichten über positive allergische Reaktionen. Bei Kontaktallergien reagierte die Haut auf Octocrylene mit allergischen Reaktionen und auch bei Photokontaktallergien löste die UV-Strahlung in der Haut eine chemische Umwandlung von Octocrylene aus, welche zu Reaktionen führte.


 

Ist für EUCERIN nun die Haltbarkeit einer Creme wichtiger als ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit?

  • Es ist doch so, dass bereits der Verdacht, dass dieser UV-Filter Nebenwirkungen erzeugt Anlass für EUCERIN genug sein sollte, ihn nicht weiter in kosmetischen Produkten zu verwenden.
    Auch nicht, um Hautpflegeprodukte vor Photodegradation oder zu Deutsch gesagt dem Abbau der Inhaltsstoffe durch Sonneneinstrahlung auszusetzen. Die Verlängerung der Haltbarkeit eines Produkts kann doch auch durch wesentlich unbedenklichere Zutaten in einer Rezeptur erreicht werden.


So leid es mir tut aber diesmal geht mein Daumen steil nach unten für das EUCERIN-Produkt  HYALURON-FILLER + ELASTICITY 3D SERUM.

  • Octocrylene hat meiner Ansicht nach und meinen Argumenten zufolge darin keinen erkennbaren Sinn, Zweck und Nutzen.
    Im Gegenteil sogar.
    Da es für die tägliche Anwendung gedacht ist und Octocrylene sehr hoch dosiert darin vorliegt, ist eine Nebenwirkung bei Mensch auf direktem und auf indirekten Wegen auch bei Flora und Fauna durch diese Anwendungsform fast unausweichlich.
  • Auch wenn Sonnenschutzmittel mit Octocrylene niemals eine perfekte Wahl sind, so kann man hier noch einen Kompromiss eingestehen hinsichtlich der Dauer der Verwendung.
    Zwei Wochen Karibik mit Octocrylene sind dann aber auch das höchste der Gefühle.
    Denn wie heißt es doch so schön: „DIE DOSIS MACHT DAS GIFT.“



Da ich ein Journalist bin, der nicht nur ein Diplom-Psychologe ist sondern auch Dermatologie und Chemie studiert hat, ist es für mich selbstverständlich, hier auch die wissenschaftlichen Quellen zu benennen, derer ich mich für meine Argumentationen bediene:

Burnett, M. E. et al., Sunscreens: obtaining adequate photoprotection. Dermatol Ther. 2012 May-Jun;25(3):244-51.

de Groot, A. C. et al., Contact and photocontact allergy to octocrylene: a review. Contact Dermatitis 2014 Apr;70(4):193-204. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24628344)

Palm, M. D. et al., Update on photoprotection. Dermatol Ther 2007: 20:360–376.

Blüthgen et al., Accumulation and effects of the UV-filter octocrylene in adult and embryonic zebrafish (Danio rerio). Sci Total Environ. 2014 Apr 1; 467-477:207-17.

Zhang, Q. Y. et al., Assessment of multiple hormone activities of a UV-filter (octocrylene) in zebrafish (Danio rerio) Chemosphere. 2016 Sep; 159:433-41.

Avenel-Audran, M. et al., Octocrylene, an emerging photoallergen. Arch Dermatol. 2010 Jul;146(7):753-7.


Herzliche Grüße
Niels Blume

 

 

Die Story ist hier noch nicht zu Ende.
Warten wir also ab, was demnächst folgt.

Es bleibt spannend.

 

 

TO BE CONTINUED!!!  TO BE CONTINUED!!!  TO BE CONTINUED!!!  TO BE CONTINUED!!!

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